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Baugeschichte

Von dem bescheidenen Vorgängerbau ist nichts erhalten geblieben. Eine Nachricht besagt, daß der befestigte Kirchhof 1421 von markgräflichen und bayerischen Söldnern geplündert wurde. Dabei ist vermutlich auch die Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden, was einen Neubau zu Ende des 15.Jh. notwendig machte. Die eingemeißelten Jahreszahlen 1474 am Chor und 1494 an der Südseite des alten Kirchenschiffes bilden unsere einzigen Hinweise auf die Entstehungszeit, mit denen auch die stilistischen Merkmale übereinstimmen. Von 1513 stammt der Ölberg, zugleich wurde eine nicht näher erläuterte Erweiterung der Kirche vorgenommen. 1577 mußte aus statischen Gründen die Mauer zwischen den mittleren Chorpfeilern verstärkt werden, wobei das Fenster zur Hälfte zugemauert wurde. Zu Beginn des 18. Jh. ersetzte eine barocke Altarausstattung die ursprüngliche spätgotische. Mehrfache Reparaturen wurden notwendig, und 1763 wandte sich der Pfarrer von Kirchröttenbach an den bayerischen Kurfürsten, weil seine Kirche sich in einem baufälligen Zustand befand. Der Landesherr bewilligte einen Zuschuß von 700 fl. für die Instandsetzung, in deren Verlauf der Innenraum im Zeitstil umgestaltet wurde. 1818/19 erfolgte eine weitere Innenrenovierung, der Marmorfußboden wurde gelegt, Kanzel und Emporentreppe wurden versetzt.

Den einschneidendsten Eingriff in Gestalt und Substanz des Baus brachte die Kirchenerweiterung im Jahre 1922 - 25, die Prof. Otto Schulz aus Nürnberg leitete. Die alte Sakristei und das Kirchenschiff mit Ausnahme der Südwand wurden abgebrochen, ein neues Langhaus im rechten Winkel zur früheren Orientierung, d. h. nach Norden, erstellt. Der Turm und der ursprüngliche Chor, jetzt Sebastianskapelle, blieben erhalten. Gleichzeitig wurde der Kirchhof um die Kirche eingeebnet. Schon seit 1873 fanden die Toten der Pfarrei ihre leite Ruhestätte auf dem neu angelegten Friedhof südöstlich des Dorfes. In jüngster Zeit war der Zustand des Gotteshauses erneut besorgniserregend geworden. Die energisch betriebene Renovierung wurde im Inneren 1974/75 durch die Fa. Schmuck, Bamberg durchgeführt; dabei wurden die Altäre von der Fa. Birklein, Bamberg, instandgesetzt. Die dortige Kunstschlosserei Leicht gestaltete die Türen. Anschließend fand die umfassende Außenrenovierung von Kirche und ehem. Pfarrhaus (bis 1850, heute Mesnerhaus) statt. Sie konnte 1979 abgeschlossen werden.

Künstler und Baumeister: Der Bildhauer Johann Michael Doser (1678—1756) führte in Auerbach/Opf. eine produktive Werkstatt, die als lokales Kunstzentrum Franken und die Oberpfalz mit Altären und Plastiken versorgte. Von ihm stammt der Hochaltar von 1720 sowie als reizvolles Frühwerk der sog. Frauenaltar von 1706. Dessen farbige Fassung besorgte 1710 Hans Georg Asam (um 1649—1711), der Vater der berühmten Künstlerbrüder. Der Maler und Vergolder Johann Brückner (um 1687—1741) aus Ebermannstadt fertigte 1723 Malereien an Decke und Wänden der Kirche, die wohl schon bei der Umgestaltung 1763 verlorengingen. Diese führte der Herpersdorfer Stukkateur Georg Stubenvoll durch. Ende des 18.Jh. gelangten mehrere Holzfiguren des Ebermannstädters Friedrich Theiler (1748—1826) in die Kirche. Er war ein bedeutender Schüler Martin Mutscheles in Bamberg und vertritt die ausklingende Phase des fränkischen Rokoko mit bereits stark klassizistischen Zügen. Den modernen Umbau leitete Prof. Otto Schulz (1877—1946), Lehrer an der Staatsschule für angewandte Kunst in Nürnberg und Vertreter einer nüchtern-historisierenden Bauweise im kirchlichen Bereich. Von ihm stammen zahlreiche Kirchen in Nürnberg und im fränkischen Raum.